Planung und Engineering für die Fernstromversorgung

ÜBERBLICK

Telekommunikationsnetzelemente, sowohl drahtgebunden als auch drahtlos, rücken immer näher an die Standorte der Endnutzer heran, um die Bandbreitenanforderungen zu erfüllen. Von Fiber-to-the-Home (FTTH) und Digital Subscriber Line (DSL) in Festnetzen über Distributed Antenna Systems (DAS) bis hin zu drahtlosen Kleinzellennetzen – der Trend geht von einer zentralisierten zu einer verteilten Architektur. Da sie weniger Nutzer bedienen, benötigen die Netzwerkelemente weniger Strom pro Standort. Die Anzahl der Standorte steigt dadurch jedoch exponentiell. Die schiere Anzahl der Standorte erschwert es den Energieversorgungsunternehmen, die Termine einzuhalten, zu denen der Kommunikationsdienstleister erscheint. Darüber hinaus bietet der geringe Stromverbrauch pro Standort Versorgungsunternehmen wenig Anreiz, den Ausbau zu beschleunigen, um die Bereitstellungspläne des Kommunikationsdienstleisters zu erfüllen.

Dieser Trend hin zu verteilten Netzwerken hat zu einem verstärkten Einsatz von Fernstromsystemen (Remote Line Power, RLP) als alternative Methode zur Energieversorgung von Remote-Geräten geführt. Mit RLP liefert der Dienstleister Strom für jedes Gerät über Kupferkabel, die von einem zentralen Standort stammen. Manchmal stammen die Kupferkabel aus Überkapazitäten in bestehenden Netzwerken von Outside Plant (OSP)-Netzwerken. In anderen Fällen, z. B. bei Kleinzellennetzen, verlegt der Dienstleister neue Kupferkabel in Verbindung mit dem Glasfaser-Backhaul-Kabel, das jeden Standort verbindet. In jedem Fall liegt die ordnungsgemäße Umsetzung in den Händen des Kommunikationsdienstleisters.

Der Einsatz von Fernstromnetzen verändert einige Verfahren und Prozesse für Planung und Engineering. Die Kupferkabel, die typischerweise -48 V DC für POTS lieferten, liefern jetzt ±190 V DC. Sowohl -48 V DC als auch Kabelpaare für höhere Spannungen können in demselben Kabel und manchmal in derselben Verbindergruppe enthalten sein. Die Reichweite wird durch die Größe der Last und die Verwendung höherer Spannungen beeinflusst. Das Vorhandensein der höheren Spannung erfordert zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen, um die Sicherheit der Techniker zu gewährleisten.

Dieses Papier befasst sich mit den neuen Planungs- und Engineering-Anforderungen für Fernstromnetze. Es enthält Einzelheiten zur Funktionsweise von Fernstromnetzen sowie zur Reichweite und zur Qualifizierung von Kabelpaaren für die Verwendung in diesen Stromkreisen. Das Dokument bietet abschließend noch Empfehlungen für Best Practices für die Bereitstellung von Fernstromversorgung.

Beispiele für verteilte Netzwerke, die häufig von Fernstromnetzen gespeist werden, sind:

  • Fiber-to-the-Home (FTTH)-Netzwerke mit einem einzigen Kupferpaar und einem Abwärtswandler, die die optischen Netzwerkterminals (ONT) am Standort des Kunden mit Strom versorgen
  • G.Schnelle Netze mit den Kupferpaaren und einem geschlossenen Abwärtswandler, der die Distribution Point Unit (DPU), die sich innerhalb weniger hundert Meter vom Standort des jeweiligen Kunden befindet, mit Strom versorgt
  • Fiber-to-the-Node (FTTN)-Netzwerke mit 2 bis 3 Kabelpaaren, die kleine 12- und 48-Kanal-VDSL2-DSLAMs mit integrierter Abwärtswandler-Schaltung direkt mit Strom versorgen
  • Kleinzellennetze mit zwei bis vier Kabelpaaren und einem oder zwei geschlossenen Abwärtswandlern zur Stromversorgung der Kleinzellen, die viel näher am Kunden platziert werden als Makrozellen

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